Ein Versuch der Erklärung

Ein Versuch der Erklärung 😉

Bei der Kinderwunschbehandlung gibt es grundsätzlich 4 Möglichkeiten:

  • reine Stimulation
  • In-Utero-Insemination (IUI)
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die Stimulation ist Ausgangsbasis für alle weiterführenden Behandlungen. Hierbei wird 12-14 Tage lang ein Hormonpräparat von der Patientin selbst gespritzt, welches die Eizellen (Folikel) stimuliert und wachsen lässt. Durch mehrere Ultraschalluntersuchungen wird der Erfolg dieser Behandlung innerhalb der 2 Wochen überprüft. Sind die Folikel groß genug, wird durch eine weitere Spritze der Eisprung ausgelöst. Bei der reinen Stimulation bedeutet das einfach den „Startschuss“ für das „üben“ zu Hause, innerhalb von 36 Stunden nach der Spritze sollte also die Übungsfrequenz möglichst hoch gehalten werden 😉

Die In-Utero-Insemination (IUI) ist die nächste Behandlungsform. Sie wird angewandt, wenn das Sperma nicht 100% in Ordnung ist, aber noch eine gewisse Anzahl und Geschwindigkeit bei den Spermien vorhanden. Hierbei wird wieder stimuliert (siehe oben), anschließend wird dann in der behandelnden Klinik oder Praxis das Sperma aufbereitet und mit einer Kanüle direkt in die Gebärmutter eingespritzt. Dies hat den Sinn, dem Sperma den Weg zu verkürzen, ist also zb sinnvoll, wenn die Spermien relativ schnell langsamer werden bzw. sich die Anzahl in recht kurzer Zeit reduziert (wird beim Spermiogramm = SG überprüft).

Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) beginnt wieder mit der Stimulation. Dann wird eine Eizelle (oder mehrere, siehe Kryo) entnommen und gemeinsam mit dem aufbereiteten Sperma außerhalb des Uterus zusammengeführt. Die Eizelle wird anschließend wieder in den Uterus der Frau eingepflanzt.

Die Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) beginnt wie die IVF: Mit der Entnahme mindestens einer stimulierten Eizelle. Dann wird das Sperma aber direkt in die Eizelle eingespritzt, bevor sie wieder in den Uterus zurückgeführt wird. Diese Methode wird zb angewandt, wenn extrem wenige normal geformte Spermien vorhanden sind, bzw deren Geschwindigkeit extrem niedrig ist.

Zusätzlich wäre noch die Kryokonservierung von Befruchtungsstadien (Kryo) erwähnenswert. Hierbei werden durch Tiefgefrierung (= Kryokonservierung) die überzähligen befruchteten Eizellen konserviert. Somit kann in einem eventuellen nächsten Behandlungszyklus die Stimulation sowie die Eizell- und Samengewinnung entfallen. Im Kinderwünschlerjargon nennt man diese Eizellen auch „Eskimos“ ;).

Nach allen Behandlungsformen folgt dann eine 10-tägige Behandlung mit Gelbkörperhormonen. Diese Phase dient der Einnistung der Eizelle. Durch das Hormon wird die Gebärmutterschleimhaut optimal auf das Einnisten vorbereitet. Gleichzeitig wird in dieser Phase kontrolliert, ob sich alles normal entwickelt und nicht zuviele Eizellen befruchtet werden bzw. sich einnisten. Bei mehr als 2 befruchteten Eizellen besteht eine zu hohe Gesundheitsgefahr für Mutter und Kinder, daher wird in diesem Fall eingegriffen. Nach der Gelbkörperphase folgt dann ein hoffentlich positiver Schwangerschaftstest.

Seit der Gesundheitsreform beim Jahreswechsel 2003/2004 übernehmen die Krankenkassen leider nur noch unter bestimmten Voraussetzungen und auch nur anteilig die Kosten an einer Kinderwunschbehandlung.

Bedingungen sind:

  • Das Paar mit Kinderwunsch muss verheiratet sein
  • Die Frau muss zwischen 25 und 40 Jahren alt sein
  • Der Mann muss zwischen 25 und 50 Jahren alt sein
  • Es gibt eine Beschränkung auf 3 Behandlungszyklen, diese bezieht sich auf 3 x IUI im stimulierten Zyklus und 3 x IVF oder ICSI. Es werden weiterhin 8 IUI im nicht stimulierten Zyklus übernommen.
  • Bei einem 2. Kind werden bisher noch keine Kosten garantiert übernommen. Dieser Punkt ist allerdings durch ein kürzlich erfolgtes Gerichtsurteil derzeitig dabei zu kippen.

Die Krankenkassen übernehmen bei Erfüllung aller Kriterien 50% der Behandlungskosten, die Medikamente für die Stimulation müssen vom Paar ebenfalls zu 50% getragen werden (diese können alleine in die Tausende gehen, für einen Behandlungszyklus). Nur bei der reinen Stimulation zahlt die Kasse die Medikamente voll.

Empfehlenswert zu diesem Thema finde ich das Forum Klein-Putz, es ist zwar riesig und dadurch etwas unübersichtlich, man findet dort aber garantiert Gleichgesinnte und Infos zu so ziemlich jeder Facette des unerfüllten Kinderwunsches, einschließlich Adoption. Ich selbst habe dort im Kölner Ordner sehr nette Menschen kennengelernt, mit denen wir uns mittlerweile auch schon real getroffen haben. Informative Dinge findet man auch auf den Seiten Wunschkinder und Kinderwunsch.

Ich gebe auf dieser Seite die Infos so weiter, wie ich sie in der Klinik erhalten habe, übernehme aber keine Garantie auf Richtigkeit 🙂 Es geht mir hier nur um einen ersten Überblick im Wirrwarr der Abkürzungen.

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