Folge 1

Es waren einmal ein Rubén und eine Nina, die hatten beschlossen zu heiraten.

Frohenmutes gingen sie also am Mittwoch, den 27.11.2002, zum Standesamt in Köln, um sich über die Formalitäten zu erkundigen, da Rubén ja keine deutsche, sondern die spanische Staatsangehörigkeit hatte.

Das kann ja nicht so kompliziert sein, dachten sie sich, es gibt schliesslich so was wie die EU und wir sind beide EU-Bürger.

Die nette Dame im Standesamt verstärke diesen Frohmut noch weiter, indem sie den beiden mitteilte, dass man lediglich einen Abstammungsnachweis sowie für den spanischen zukünftigen Ehemann ein Ehefähigkeitszeugnis bräuchte.

Das kann ja nicht so kompliziert sein, dachten sie sich wieder, das Konsulat ist ja nicht weit weg gleich in der verbotenen Stadt um die Ecke.

So setzten sie sich ins Auto und fuhren los.

Und damit fingen die Probleme an.

Als sei der Routenplaner von Falk von einem Kölner gemacht, wollte die ausgedruckte Wegbeschreibung die beiden partout nicht nach Düsseldorf führen. Als sie dann endlich dort waren, fanden sie wiederum das Konsulat nicht.

Doch dann, plötzlich und unerwartet, schrie Rubén: „Halt, das ist die Strasse, wir sind da!!!“

Voller Freude suchten die beiden einen Parkplatz (was übrigens wieder eine Komplikation darstelle, was auch sonst, befanden sie sich doch mitten im ZENTRUM DES BÖSEN, nämlich in Düsseldorf-Mitte).

Im Konsulat endlich heil angekommen, nachdem sie die BGSler (die kurioserweise gegenüber der türkische Botschaft mit ihrem Wagen standen und Döner frühstückten) nach dem Weg gefragt hatten, suchten sie das Zimmer mit der Standesbeamtin (oder jedenfalls der Person die dafür zuständig ist, was immer sie sein mag).

Einige Treppen später standen sie davor – DAS ZIMMER.

Und ab hier nahm das Unheil seinen Lauf.

Nachdem die Frau auf spanisch (was Nina eher weniger verstand) erklärte, was alles zu tun sei, und dies ca. 15 Minuten in Anspruch nahm, verfärbte sich Rubéns Gesicht immer weisser und weisser.
Was braucht man also alles?

Von beiden zunächst als Kopie auf dem Postweg einzuschicken:

– Eine Abstammungsbescheinigung aus dem Familienbuch, welches übrigens die spanischen Eltern vom zukünftigen Ehemann laut Aussage des Standesamtes in Dortmund NICHT haben… Also eine beantragen. Wo? Nein, nicht in Köln das wäre zu einfach… In Dortmund, wo der gute Herr geboren wurde.
– Eine Meldebescheinigung in der unbedingt stehen muss, wo man die letzten beiden Jahre gelebt hat (warum auch immer, übrigens gab es da wieder Probs, aber mehr dazu später), sowie der Familienstand. Wichtig wenn man heiraten will, einzusehen.
– Eine Kopie des Ausweises.
– Ein Formular, was wir erhielten, von Rubén auszufüllen.
– Eine Kopie der Aufenthaltsgenehmigung von Rubén.

Das geht ja noch, werdet ihr euch denken, aber dann kam der Hammer.

– Ausweiskopien von 2 Zeugen, die vorab in dem Formular schon benannt werden müssen
– Diese Zeugen müssen gemeinsam mit den beiden die Ehe planenden Personen und allen Unterlagen (s.o.) im Original an einem Wochentag zwischen 9 und 12h in Düsseldorf im Konsulat erscheinen, Termin wird telefonisch vereinbart, nachdem die Papiere als Kopie eingegangen sind. Dort leisten alle eine Unterschrift und können wieder gehen (wofür sie sich alle einen Tag Urlaub nehmen können, da wir keine Nachtschichtarbeiter sind.)
– Nach diesem Termin dauert es ca. 3 Wochen (und man kann sich denken was bei Spaniern ca. bedeutet…) bis man das Formular erhält, welches das Kölner Standesamt braucht, damit die beiden sich zur Eheschliessung anmelden können.

Etwas fassungslos torkelten die beiden aus dem Gebäude, um sofort zu grübeln, wer denn als Zeuge in Frage käme. Nachdem Nina auf die gute Idee einer sehr guten Freundin kam, die dies zum einen verdient hätte, und zum anderen praktischerweise in Düsseldorf studierte, und Rubén einen sehr guten Freund telefonisch überzeugt hatte, dass es sich lohnen würde, dafür einen Tag Urlaub zu nehmen, waren sie zumindest nur noch halb verängstigt, was die Komplikationen anging.

Aber weiter im Text.

Nina ging also am nächsten Tag zum Bezirksamt ihres Stadtteils, um sich diese Meldebescheinigung zu holen. Dort erfuhr sie, dass in dieser zwar der Familienstand stehe, aber nur der momentane Wohnort mit dem Datum, an dem man diesen bezog.
Tja und das lag noch keine 2 Jahre zurück.
Also: Zusätzlich noch eine Aufenthaltsbescheinigung… Wo dann wiederum NICHT der Familienstand aufgeführt ist, dafür aber dann alle Wohnorte die man im Leben so hatte.

Die deutschen ach so komplizierten Bürokraten übrigens liessen sich darauf ein, dass die Schwester von Rubén, die immer noch in Dortmund wohnt, mit Ausweiskopie und Vollmacht die Papiere für ihn in Dortmund holen gehen könne.

Und das ist nun der momentane Stand der Dinge… Seine Schwester wird nächste Woche die Papiere holen, wir hoffen es klappt, und dann geht’s weiter mit vielen vielen vielen Kopien und dann wohl hoffentlich einem baldigen Termin im Konsulat…

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